| Geschichtlicher Überblick |
| um 1225 |
| Wird eine Burganlage auf der höchsten Erhebung am Ostufer des Straussees errichtet, unterhalb davon der Kietz als Dienstleutesiedlung, etwas abseits (am heutigen Lindenplatz) entsteht nur wenig später ein Marktort mit Nikolaikirche. |
| 1239 - 1245 |
| Krieg zwischen den Markgrafen von Meißen und den Markgrafen von Brandenburg um die Burg Köpenick und die sich anschliessenden Gebiete im östlichen Teltow und im südöstlichen Barnim. Die Brandenburger bleiben Sieger. |
| 1240 |
| unternimmt der Meißner Markgraf einen Kriegszug in den Barnim und verwüstet das Land bis nach "Struzbergh". So berichtet eine nur wenige Jahrzehnte niedergeschriebene Chronik. |
| um 1240 |
| oder nur wenig später erweitern die brandenburgischen Markgrafen Johann I. und Otto III. den Marktort Strausberg zur Stadt, verleihen ihr eine grössere Feldmark und das Recht der Altstadt Brandenburg. Eine Urkunde ist darüber aber nicht erhalten. |
| 1247 |
| wird "Struceberch" in einer Urkunde genannt, mit der dem Kloster Zinna (bei Jüterbog) Besitzungen bestätigt werden, die es seit ca. 1230 am Südostrand des Barnim zu eigen hatte. |
| um 1250 |
| Bau der Marienkirche, einer frühgotischen Feldstein-Basilika mit sehr langgestrecktem Chor und einem im Westen vorgelagerten Querturm. Sie hat grosse Ähnlichkeit mit dem ersten Bau der Berliner Nikolaikirche. |
| 1252 / 54 |
| Die Dominikaner errichten an der Nordweststrecke der Stadt ein Kloster, wozu ihnen Markgraf Otto II. einen Teil des Burggeländes überlassen hatte. Den Wirtschaftshof behielt er (curia). |
| 1254 |
| beginnt der Bau der Stadtmauer, wobei der Buchhorst in die Stadt einbezogen wird. Die weniger gefährdeten Abschnitte entstehen wohl zunächst in Holzbauweise. |
| 1259 |
| wird die Klosterkirche geweiht, in der Markgraf Otto III. nach seinem Tode 1267 beigesetzt wird. |
| 1268 / 73 |
| werden der Stadt (civitas) und ihren Bürgern in zwei Urkunden die anliegenden Gewässer, namentlich der Straussee (Struz), mit den Fischereirechten übereignet. |
| 1299 |
| übergibt Markgraf Albrecht III. den Dominikanermönchen seine "curia", die südlich an das Kloster angrenzt. |
| 1309 |
| ist die älteste erhaltene Urkunde des Rates datiert: acht Ratmannen und der Schultheiss erlassen Bestimmungen für die Fleischer. |
| 1321 |
| vereinigt sich Strausberg mit 22 weiteren Städten zum märkischen Städtebund, der gegen die Willkür des höheren und niederen Adels gerichtet ist. |
| 1339 |
| Bau des Rathauses, das bis 1805 auf dem heute freien Teil des Marktes steht. |
| 1348 - 1353 |
| In den Machtkämpfen um die Mark Brandenburg wird die Stadt mehrfach belagert und eingenommen. Zuletzt verliert sie sämtliche ältere Urkunden und ist damit faktisch rechtlos. |
| 1354 |
| stellt Markgraf Ludwig der Römer eine neue Stadtrechtsurkunde aus und bestätigt darin alle frühren Rechte. |
| 1359 |
| pfänden die Frankfurter wegen Zahlungsverzugs einen grossen Teil des Strausberger Viehs und treiben es fort. |
| 1367 |
| kauft die Stadt den Bötz- und den Fängersee. Die Zünfte gewinnen ein Mitspracherecht im Rat. |
| 1393 |
| schliesst sich die Stadt dem Bund märkischer Städte ("Landwehr") an, der gegen Landfriedensbruch und Strassenräuberei vorgeht. |
| 1402 |
| erobert Dietrich von Quitzow im Bündnis mit Pommern und Mecklenburg die Stadt, die von den Truppen des Städtebundes zunächst nicht zurückgewonnen werden kann. |
| 1404 |
| lässt Dietrich von Quitzow die Stadt erneut stürmen, diesmal als Hauptmann des städtischen Aufgebots. |
| 1408 - 1420 |
| wird Strausberg viermal an Adlige verpfändet und droht zur adelsabhängigen Stadt zu werden. |
| 1418 |
| erwirbt die Stadt das Obergericht und hat von da an einen selbstgewählten Bürgermeister an der Spitze des Rates (anstelle des markgräflichen Schultheisses). |
| 1432 |
| kommen die Hussiten auf ihrem Vergeltungsfeldzug durch die Mark Brandenburg auch vor Strausberg, erobern die Stadt und richten beträchtlichen Schaden an. |
| um 1448 |
| erhält die Marienkirche anstelle der hölzernen Flachdecke steinerne Wölbungen, die im Chor mit Malereien verziert werden; der Turm wird beträchtlich erhöht. |
| 1515 |
| Aufruhr der Bürger, für den 100 Taler Strafe an den Landesherrn zu zahlen sind. |
| 1521 |
| vernichtet der letzte grössere Brand am Lindenplatz 29 Häuser. |
| 1540 |
| kommt als Folge der Reformation der erste lutherische Prediger in die Stadt. Das Kloster wird aufgehoben, seine Kostbarkeiten vermehren die Einnahmen des Landesherrn, der die Grundstücke und Gebäude einem kurfürstlichen Rat übereignet. |
| 1566 |
| rebellieren die Bürger gegen die immens gestiegenen Steuerforderungen des Landesherrn. Es nützt ihnen aber nichts, sie müssen trotzdem zahlen. |
| 1588 |
| wird die Schützengilde mit einem kurfürstlichen Privileg bedacht. |
| 1598 |
| wütet die Pest. Wie schon 1549, 1550 und 1575 sterben Hunderte Bürger der Stadt, darunter auch der Pfarrer und märkische Chronist Andreas Engel. |
| 1616 |
| ist die Stadt hochverschuldet und muss einen Teil der Gemarkung verpfänden. |
| 1626 |
| wird auch Strausberg vom Dreissigjährigen Krieg (1618-1648) erfasst: Die Bürger müssen hohe Kontributionen an den "protestantischen" Söldnerführer Ernst von Mansfeld zahlen. Danach wechseln sich jahrelang die endlosen Forderungen der verschiedenen "Kriegsvölker" ab. |
| 1626 und 1627 |
| hält sich der kaiserliche Feldherr Wallenstein jeweils mit einem grossen Gefolge kurzfristig in der Stadt auf. |
| 1633 |
| dringen kaiserliche Truppen gewaltsam in die Stadt ein und plündern sie zwei Tage lang. |
| 1638 |
| leben nur noch 32 Bürgerfamilien in der Stadt. |
| 1641 |
| sind nach einem Häuserverzeichnis nur 30 Häuser bewohnt, 188 liegen "wüst und öde". |
| 1670 |
| inspiziert der kurfürstliche Kammergerichtsadvokat Trüstedt die Stadt. Er findet 98 Häuser bewohnt vor, aber davon 68 baufällig, 138 Stellen sind leer. Handwerk, Ackerbau und Braugewerbe liegen darnieder und die Steuerlast ist unerträglich. Der Ort droht gänzlich zu verfallen. |
| 1700 |
| arbeiten 54 Tuchmachermeister und 16 Schuhmacher in der Stadt. |
| 1709 |
| wird eine Poststation mit einem königlichen Postmeister eingerichtet. Zweimal in der Woche fährt die Postkutsche von Berlin über Altlandsberg, Strausberg und Wriezen nach Freienwalde und zurück. |
| 1714 |
| zieht eine Kompanie des Infanterieregiments 23 als Garnison ein. Die Soldaten sind (oft mit Familie) bei den Bürgern einquartiert. |
| 1727 |
| hat Strausberg 1173 Einwohner, davon 103 Tuchmachermeister. |
| 1747 |
| erhält der Kirchturm einen hölzernen Aufbau, der 1922 wegen Baufälligkeit wieder abgebaut werden muss. |
| 1756 - 1763 |
| Im Siebenjährigen Krieg müssen die Bürger wieder Kontributionen an Franzosen und Russen zahlen sowie Leistungen für die eigene Armee erbringen. Sie leiden unter der allgemeinen wirtschaftlichen Zerrüttung. |
| 1765 |
| will König Friedrich II. in Strausberg übernachten, muss das Zimmer aber wegen eines arg qualmenden Herdfeuers wieder verlassen. Er soll es der Stadt nie vergessen haben, dass er in "dem verfluchten Loch ausgeschmaucht" wurde. |
| 1772 |
| werden die noch nutzbaren Gebäude des Klosters für die Stadtschule hergerichtet. |
| 1787 |
| wird das Kloster abgebrochen und z.T. auf den alten Fundamenten eine Landarmen- und Invalidenanstalt errichtet. Dort sind ab 1792 Alte, Kranke, Bettler und Landstreicher, aber auch Militärinvaliden untergebracht. Gleichzeitig werden die Reste der Nikolaikirche am Lindenplatz abgebrochen und dort ein neues Knabenschulhaus gebaut. |
| 1805 |
| wird auch das alte Rathaus (an der Südseite des Marktes) abgebrochen, nur die Fundamente und Keller bleiben im Boden. Ein Neubau verzögert sich wegen der Kriegsereignisse. |
| 1809 |
| wählen die Bürger erstmals Stadtverordnete, die ihrerseits den Bürgermeister und die übrigen Magistratsmitglieder bestimmen. |
| 1812 |
| stellt der Magistrat auf königlichen Befehl eine Bürgergarde mit zwei Abteilungen zu je 100 Mann auf. In den folgenden Jahren wird sie mehrfach umbenannt und umstrukturiert. |
| 1813 |
| wird am 18.Februar die erste Kosakenabteilung von den Strausbergern mit grossem Jubel empfangen. |
| 1820 |
| wird das neue Stadthaus an der Westseite des Marktes fertiggestellt. |
| 1848 |
| rebellieren die Insassen des Landarmenhauses gegen Verzögerungen bei der Freilassung und gegen einen besonders verhassten Anstaltsbeamten. Mit Hilfe der Schützengilde stellt der Landrat die Ruhe wieder her. |
| 1854 |
| wird die Chaussee Berlin - Altlandsberg - Strausberg - Prötzel fertiggestellt, an deren Finanzierung sich die Stadt beteiligt. |
| 1861 |
| erscheint zweimal wöchentlich die erste örtliche Zeitung, der "Märkische Bote" des Druckereibesitzers Wilhelm Sternbeck. Sie unterstützt meisst die Liberalen, die im gleichen Jahr einen Handwerkerverein, einen Männerturnverein und eine "Liedertafel" gründen. |
| 1863 |
| wird auf Betreiben der liberalen Abgeordnetenmehrheit eine Höhere Bürgerschule für Knaben eröffnet, die sich zu einem Realprogymnasium weiterentwickelt, aber auf Druck der konservativen Fraktion nach 1887 schrittweise wieder aufgelöst wird. |
| 1867 |
| eröffnet die königliche Ostbahn am 1.Oktober den Verkehr zwischen Berlin und Küstrin. Die Verbindung zwischen der Stadt und dem 6 km entfernten Bahnhof besorgen private Fuhrunternehmer und die königliche Post. |
| 1872 |
| beginnt die städtische Sparkasse ihre Tätigkeit. |
| 1872 / 73 |
| werden die ersten Gewerkschaftsorganisationen gegründet: ein Ortsverein der Fabrik- und Handarbeiter, ein Verein selbstständiger Stuhlarbeiter und ein Ortsverein der Schuhmacher. Die Tuchmacher beteiligen sich im Sommer 1873 erstmals an einem grossen Berliner Weberstreik. |
| 1878 |
| entsteht ein "Pfeifen-Club" , der möglicherweise die erste getarnte Organisation der Sozialdemokratie in der Stadt ist. |
| 1879 / 80 |
| wird der Männerturnverein "Vorwärts" gegründet, dem zumeist Arbeiter angehören. |
| 1883 |
| bildet der Männerturnverein "Vorwärts" eine Freiwillige Feuerwehr mit 40 Mitgliedern. Die Stadt kauft eine neue fahrbare Handdruckspritze. |
| 1884 |
| wird der Neubau der Brandenburgischen Provinzial-, Schul- und Erziehungsanstalt an der Wriezener Strasse fertiggestellt. |
| 1887 |
| gründet Albert Pökelmann den "Freien Wahlverein" der Sozialdemokraten. |
| 1893 |
| am 17.August nimmt die "Strausberger Eisenbahn AG" den Verkehr zwischen der Altstadt und dem "Ostbahnhof" an der Küstriner Strecke auf. In den folgenden Jahren beschleunigt sich der Bau der Villen- und Landhaussiedlung "Vorstadt". |
| 1894 |
| beginnt der regelmässige Fährbetrieb über den Straussee, ab 1915 elektrisch betrieben. Dazu dient eine 360 m lange freihängende Oberleitung, die als einmalig in Europa gilt. |
| 1896 |
| liefert das neuerrichtete Elektrizitätswerk am Fischerkietz den ersten Strom. |
| 1897 |
| wird die Schuhfabrik Tack gegründet, die wenige Jahre später mit etwa 400 Arbeitskräften das grösste Unternehmen am Ort ist. Im gleichen Jahr ist auch der Neubau des städtischen Krankenhauses an der Wriezener Strasse fertiggestellt. |
| 1898 |
| spricht August Bebel in einer grossen öffentlichen Volksversammlung für Männer und Frauen gegen die Rüstungslasten und für soziale Reformen. Bei der Reichstagswahl, wenige Wochen später, erringt der sozialdemokratische Kandidat in Strausberg fast 58% der gültigen Stimmen. |
| 1899 |
| wird die Pferderennbahn an der Landhausstrasse mit einem ersten Renntag eröffnet. Das letzte Rennen findet 1942 statt. |
| 1900 |
| verzeichnet Strausberg 7725 Einwohner. |
| 1901 |
| eröffnet die Städtische Volksbibliothek den Leihverkehr. |
| 1902 |
| wird der Konsum-Verein für Strausberg und Umgebung gegründet. |
| 1904 |
| wird der grosse Schulneubau in der Hegermühlenstrasse fertiggestellt und von der Volkshochschule, der Mittelschule und der Fortbildungsschule bezogen, |
| 1908 |
| wird das Strausberger Heimatmuseum gegründet. |
| 1910 |
| beginnt der Bau einer zentralen Wasserleitung mit dem Wasserwerk am Igelpfuhl und dem Wasserturm auf dem Marienberg. |
| 1911 / 12 |
| finden viele Wahlversammlungen statt, in denen die Sozialdemokraten gegen Rüstung und Kriegsgefahr protestieren, konservative und liberale Redner hingegen für Aufrüstung, Weltmachtpolitik und Eroberung von Kolonien eintreten. |
| 1914 |
| wollen Strausberger Arbeiter gegen den Kriegsausbruch protestieren, die Versammlung wird jedoch verboten. |
| 1918 |
| entsteht in der Stadt ein Arbeiter- und Soldatenrat, der für Ruhe und Ordnung und für den Schutz des Eigentums eintritt. Er entwickelt sich zu einem Hilfsorgan für die Stadtverwaltung. |
| 1919 |
| entfallen bei den Wahlen zur Nationalversammlung 52% der gültigen Stimmen auf die Arbeiterparteien. |
| 1920 |
| schliessen sich alle Strausberger Arbeiter dem landesweiten Generalstreik gegen den Putsch monarchischer und militärischer Kreise unter Krapp und Lüttwitz an. In 20 Betrieben ruht die Arbeit. |
| 1921 |
| ist die Umstellung der "Strausberger Eisenbahn" auf elektrische Strassenbahnbetrieb bis Lustgarten abgeschlossen. (1926 bis zum "Landesjugendheim" in der Wriezener Strasse verlängert). |
| 1928 - 31 |
| Konkurs aller Strausberger Schuhfabriken. |
| 1932 |
| gehen in mehreren Wahlen die meisten Wähler der bürgerlichen Parteien zur NSDAP über; die Arbeiterparteien wahren ihr Stimmenübergewicht in der Stadt. |
| 1933 |
| demonstrieren am 4.Februar etwa 1000 Strausberger gegen die Regierung Hitler-Papen-Hugenberg. Seit dem 3.Februar gibt es wiederholt Hausdurchsuchungen bei Arbeiterfunktionären; wenig später folgen Verhaftungen. |
| 1935 |
| wird in der Hegermühlenstraße eine Munitionsfabrik unter der Tarnbezeichnung "Märkisches Walzwerk GmbH" errichtet. |
| 1936 |
| beginnt der Bau des Militärflugplatzes und der dazugehörigen Kaserne am Nordoststrand der städtischen Gemarkung. Die Stadt muss das Gelände teilweise kostenlos bereitstellen; 1994 darf sie es vom Staat zurückkaufen. |
| 1938 |
| werden der jüdische Friedhof am Straussee und die kleine Synagoge in der Jungfernstraße verwüstet, die Schaufenster jüdischer Geschäfte eingeschlagen. |
| 1944 |
| arbeiten in der Munitionsfabrik etwa 1500 ausländische Zwangsarbeiter und Kriegsgefangene; ein Teilbereich ist Außenkommando des KZ Sachsenhausen , mit Frauen aus dem KZ Ravensbrück. |
| 1945 |
| Am 19. und 20. April fliehen die meisten Bewohner aus der Stadt ; Bombenangriffe und Artilleriebeschuss richten Zerstörungen an ; um den Flugplatz wird am 20. April heftig gekämpft. Am Morgen des 21. April rückt die Rote Armee kampflos in die Stadt ein. Georg Kurtze hatte auf dem Rathaus eine weiße Flagge |
| gehisst. |
| Wenige Tage später bilden Antifaschisten einen neuen Magistrat, und der sowjetische Kommandant setzt den Kommunisten Otto Langenbach als Bürgermeister ein. Bis Juli kehren die meisten geflohenen Bürger zurück. |
| 1946 |
| Zu Ostern kann der durchgängige Straßenbahnverkehr vom Lustgarten nach Strausberg-Vorstadt wieder aufgenommen werden. |
| 1948 |
| wird der Bahnhof Strausberg ( Vorstadt) an den Berliner S-Bahn-Verkehr angeschlossen. Am 31. Oktober fährt der erste Zug nach Potsdam. |
| 1952 |
| wird Strausberg Kreisstadt und damit zum politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Zentrum eines neugebildeten Kreises. |
| 1954 |
| verlegt das Innenministerium den Hauptstab der Kasernierten Volkspolizei in die Gebäude am Flugplatz. Nordöstlich der Altstadt entstehen in den folgenden Jahren die ersten neuen Wohngebiete, die seit 1999 einer gründlichen Sanierung unterzogen werden. |
| 1955 |
| wird der S-Bahnverkehr zwischen Stausberg (Vorstadt) und Strausberg-Nord eröffnet (seit 1956 elektrisch betriebenen). |
| 1956 |
| geht mit Aufstellung der Nationalen Volksarmee aus dem Hauptstab der Kasernierten Volkspolizei das Ministerium für nationale Verteidigung der DDR hervor. |
| 1957 |
| verlegt das Kommando der Luftstreitkräfte/Luftverteidigung nach Strausberg |
| 1960 |
| beginnt erneut ein verstärkter Wohnungsbau, östlich und südlich der Altstadt, sowie in der Vorstadt entstehen neue Wohngebiete. Bis 1990 werden etwa 8000 Wohnungen neu gebaut. |
| 1963 |
| nimmt eine neue Molkerei die Produktion auf. Seit 1990 steht sie leer und wird Ende 1999 abgerissen. Auf dem Gelände soll, beginnend im Jahr 2000, der neue Wohnpark "Am Stadtwald" entstehen. |
| 1967 |
| eröffnet das Kultur- und Sportzentrum der NVA den "Klub am See" |
| 1985 |
| feiert die Bevölkerung das 750-jährige Bestehen der Stadt,
allerdings ohne exakte urkundliche Begründung. In der Prötzeler Chaussee wird das Tagungszentrum des Ministeriums für Nationale Verteidigung (TAZ) fertiggestellt. Es wird vorwiegend für interne Veranstaltungen und internationale Konferenzen genutzt. |
| 1989 |
| demonstrieren am 12. November etwa 15000 Strausberger gegen die Erstarrung und Entartung der gesellschaftlichen Verhältnisse in der DDR, für eine lebendige Demokratie. |
| 1990 |
| wird das Verteidigungsministerium der DDR (zuletzt "Ministerium
für Abrüstung und Verteidigung") aufgelöst, ein Teil der Mitarbeiter
wird von der Außenstelle des Bundesministerium der Verteidigung, der Wehrbereichsverwaltung
VII und von nachgeordneten Einheiten der Bundswehr übernommen. Strausberg hat in diesem Jahr etwa 28 500 Einwohner. |
| 1991 |
| endet die militärische Nutzung des Flugplatzes. Es wird als ziviler Verkehrslandeplatz der Klasse I, mit überregionaler Bedeutung, eingestuft. Er soll in absehbarer Zeit weiter modernisiert werden. |
| 1993 |
| verliert Strausberg den Sitz der Kreisverwaltung und wird kreisangehörige Stadt im neuen Landkreis Märkisch - Oderland. Es soll sich zu einem Mittelzentrum im Umkreis Berlin entwickeln. |
| 1994 |
| verabschiedet sich am 2. Mai ,mit dem Tag der offenen Tür
,die in Strausberg stationierte Garnison der russischen Streitkräfte von
den Bürgern der Stadt. Im gleichen Jahr verlegt die Bundeswehr ihre Akademie für Information und Kommunikation sowie den Bereich 5 des Zentrums Innere Führung nach Strausberg. Im neu geschaffenen Gewerbegebiet Nord siedeln sich die ersten Betriebe an. |
| 1995 |
| zieht das Sozialwissenschaftliche Institut der Bundeswehr von München nach Strausberg um. |
| 1998 |
| wird in einem eigens dafür errichteten Neubau die größte Militärbibliothek der Bundeswehr eröffnet. |
| 1999 |
| erfolgt nach dreijähriger Bauzeit der Abschluss der grundlegenden
Sanierungsarbeiten in der Großen Straße der ältesten Flanier- und Einkaufsmeile
der Stadt. Das 1908 gegründete Strausberger Heimatmuseum eröffnet nach umfassendem Umbau und Modernisierung wieder seine Pforten. Neben ständig wechselnden thematischen Sonderausstellungen erhalten die Besucher in sechs Räumen der ersten Etage Einblicke in die über 750-jährige Geschichte der Stadt. Durch mehrere Investorengruppen werden vier neue Wohnstandorte erschlossen und mit dem Bau der ersten Häuser begonnen. |
| AKANTHUS. Verein für Regionalgeschichte und Denkmalspflege e.V., Strausberg |